Tante Mia Tanzt 2026
Die Vorfreude war groß: Für das Tante Mia Tanzt 2026 waren große Künstler angekündigt, unter anderem auch Sickmode, Scooter oder auch Cascada. Wir waren vor Ort und haben uns einen Eindruck von dem Festival gemacht.
Es ist für viele der Beginn der Festival-Saison im Nordwesten: Das Tante Mia Tanzt auf dem Stoppelmarkt in Vechta überzeugt seit vielen Jahren mit hochkarätigen Line Ups auf mittlerweile vier Bühnen, für viele ein festes Ritual an Vatertag. Headliner in diesem Jahr waren die „Maria, I Like It Loud“-Interpreten „Scooter“, aber auch andere namhafte Künstler wie HBz, YouNotUs oder Ran-D durften die Massen zum Feiern bringen, wie wir bereits berichtet haben.
Der Einlass
Von der Nordseeküste kommend ging es für uns bereits um 10:00 Uhr morgens mit dem Auto in Richtung Vechta, denn wir wollten unbedingt den gesamten Eindruck des Festivals mitnehmen. Beginn war gegen 12:00 Uhr, die ersten Künstler waren auf der Mainstage „Relova“, in der Bassküche „Nick Cody“, die gute Stube wurde von „Lukstarr“ eröffnet und die Diele wurde durch Newcomer-Contest-Gewinner „Henry Sedge“ eröffnet.
Positiv fiel uns direkt auf, dass das Gelände weitläufig und mit vielen Extras ausgestattet war. So gab es neben der Möglichkeit, die es ja auf nahezu jedem Festival gibt, super super sichere Schließfächer zu mieten, auch die Option, Premiumtoiletten zu nutzen (der Aufpreis vor Ort war 7,50, vorab waren es 6,50€) oder an einem der zahlreichen Stände von EWE, Intenso, der Bundeswehr oder Radio Energy diverse Aktionen mitzumachen, wie zum Beispiel eine Boulderwand hochzuklettern oder mit dem Riesenrad zu fahren.

Foodcourt
Der Foodcourt war auffällig groß, es gab eine breite Menge an unterschiedlichsten Gerichten zu probieren, von Pizza bis Nudeln aus dem Käselaib war wirklich alles dabei. Wir haben das Handbrot probiert und waren positiv überrascht, für 8€ gab es eine stattliche Portion die zudem auch wirklich gut geschmeckt hat. Kulinarik auf Festivals ist natürlich immer etwas hochpreisiger, für das Handbrot haben wir dies jedoch gerne bezahlt. Sauer aufgestoßen sind uns lediglich die Nudeln aus dem Käselaib, die in der simplen Version ohne Toppings bereits 10€ kosteten, die Portionsgröße war dabei doch etwas mau.
Getränke
Die Getränkeauswahl war vielfältig und unterschied sich auch hin und wieder von Stand zu Stand, so gab es neben den gewohnten „Bierbuden“ auch Cocktailstände oder Fastlanes für Bier und Kurze. Auch hier gilt natürlich: Festivalpreise sind immer etwas höher, als man es zum Beispiel aus der lokalen Dorfdisco kennt. Das ist selbstverständlich und auch gar nicht anders machbar. Lineup, Sicherheit, Gelände, Stände, Steuern – die Kosten sind unermesslich und für den normalen Festivalbesucher vermutlich kaum zu begreifen. Und das Alles ist in den letzten Jahren mit Sicherheit nicht günstiger geworden. Was jedoch uns, aber auch viele Besucher etwas irritiert hat: Trotz der kühlen Temperaturen durften Softdrinks lediglich mit Eis verkauft wurden. Uns gegenüber äußerte das Personal sogar die Aussage, wenn wir die auf der Karte als „Cola 0,3l“ ausgeschriebene Cola ohne Eis bestellen würden, dürfe man uns lediglich 0,2l ausschenken. Das fanden wir etwas bedenklich.
Positiv hervorheben muss man ganz klar zum Einen die Schnelligkeit des Personals, aber auch das Entgegenkommen: Einmal haben wir zwei Bier bestellt und man hat uns ausversehen zusätzlich zwei Cola zubereitet und diese auch berechnet. Da wir mit der festivaleigenen Bezahlkarte bezahlt haben, gab es offenbar keine Option, eine Rückbuchung zu vollziehen, weshalb man uns anbot, uns zwei weitere Getränke kostenlos „on-top“ zu geben. Wir lehnten dankend ab, waren aber positiv überrascht und glücklich über die angebotene Lösung.
Auch das Pfandsystem ist gut angekommen: Mit dem Eintritt erhielt man einen „Eco-Groschen“, welchen man gegen einen Becher eintauschen konnte. Lediglich bei Verlust von Eco-Groschen oder Becher waren zwei Euro Pfand fällig, was vollkommen in Ordnung war.
Unser Tag auf dem Tante Mia Tanzt 2026
Insgesamt gab es vier verschiedene Areas: Den Tanzgarten, die Bassküche, die gute Stube und die Diele. Direkt nach Einlass und ausgestattet mit dem ersten Bier des Tages haben wir erst einmal in der Bassküche vorbei geschaut. Eröffnet wurde diese von Harderstyles-Künstler „Nick Cody“, welcher unter anderem vom Ferdinands Feld Festival bekannt ist. Das Set ging nach vorne und zog bereits viele der ersten Besucher in seinen Bann – es hat wirklich Spaß gemacht. Großes Lob an dieser Stelle.
Natürlich wollten wir uns auch von den anderen Bühnen einen Eindruck machen, während der Tanzgarten (die Mainstage des Festivals) noch um den großen Ansturm kämpfte, entflohen sehr viele der Besucher dem ersten Regen in das Zelt der Diele. Dort an den Decks: Contest-Gewinner „Henry Sedge“, welcher mit bekanntem, techigen Sound überzeugt hat und die Leute zum Tanzen brachte. Gute Songauswahl und wirklich schönes Set.
Anschließend schauten wir noch kurz in der Hardtechno-Area „Gute Stube“ vorbei, wo neben Act „Lukstarr“ auch bereits Luke Madness am Start war. Wir fanden hier vorallem das Bühnendesign wirklich gelungen, denn wie es im Techno üblich ist, starrte man hier nicht nur von unten auf den DJ hoch, sondern konnte auch neben, sowie hinter dem DJ stehen. Boilerroom-Feeling auf dem Stoppelmarkt.
Nachdem wir nun alle Bereiche einmal begutachtet haben, haben wir die Zeit etwas genutzt, uns die verschiedenen Attraktionen etwas anzusehen, haben bei der EWE eine Powerbank abgestaubt und bei Intenso Seifenblasen erhalten. Für meinen Kollegen besonders interessant: Die Bundeswehr, sein Arbeitgeber. Hier noch etwas über die verschiedenen Karrierepfade gefachsimpelt, wenig später dann jedoch aufgebrochen in Richtung Bassküche. Es war bereits kurz nach drei am Nachmittag und es wurde Zeit für „Timbo & This Chris“, zwei gute Bekannte, die für mich Pflichtprogramm waren. Wer mehr über Timbo erfahren will: Bereits 2019 haben wir ein Interview mit ihm geführt.
Das Set war wirklich erste Sahne, die Songauswahl war grandios und die Menge hat gefeiert und gestampft. Die beiden MCs Villain (Host der Stage) und This Chris gaben Ihr bestes, die Menge anzuheizen und konnten, nachdem kleine Schwierigkeiten mit Rückkopplung behoben worden sind, die Menge noch mehr einheizen. Villain verteilte nebenbei Jägermeister Shots und das erste Mal an diesem Tag kam die Sonne raus. Zufall? Ich denke nicht.
Nach dem Set noch kurz mit Timbo unterhalten, ging es dann erst einmal auf die Toilette: Die Premiumtoiletten waren wirklich sauber und stets gepflegt, wenn auch etwas überfüllt, da natürlich viele die Möglichkeit, für einen schmalen Taler den Dixi-Klos zu entgehen, nutzten. Für die Damen der Schöpfung bedeutete dies: Anstehen.
Hierbei fiel uns ein weiteres Konzept auf, welches anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war, später aber definitiv als sehr positiv wahrgenommen wurde: Ein Eingang war ein Eingang, ein Ausgang ein Ausgang. Die Security gab ihr bestes, so einen kontrollierten Fluss herzustellen und dafür zu sorgen, dass die Menschen sich nicht in die Quere kamen. Ein Konzept, welches auch in der Diele umgesetzt worden ist und so mit Sicherheit dafür gesorgt hat, die Menschenmengen besser unter Kontrolle zu halten, denn das Festival war nach unseren Informationen ausverkauft.
Nach einer ausgiebigen Toiletten- und Ruhepause ging es dann für uns zu „YouNotUs“ in den Tanzgarten. Der „Narcotics“-Interpret spielte ein, um einen ehemaligen Tante Mia Tanzt – Contest Gewinner zu zitieren „sehr kommerzielles Set“, was gerade die „Mainstream-Besucher“ sehr abgeholt hat. Als dann die ersten Special Effects in Form von Konfetti, Luftschlangen und Holi Farben verschossen worden sind, war die Stimmung am Höhepunkt und alle sangen mit zu Liedern wie „Supergirl“ oder eben „Narcotics“.
Nach YouNotUs war es dann soweit: Die Bühne wurde kurz umgebaut, die Fläche vor der Mainstage füllte sich und das Intro lief – Cascada war an der Reihe. 45 Minuten Hits, Nostalgie und Gänsehaut bei Hits wie „Everytime We Touch“, „Evacuate The Dancefloor“ oder der Zugabe in Form von „Because The Night“. Der Auftritt war ein voller Erfolg und konnte die Menschen mitreißen und leitete perfekte in die heiße Phase des Abends ein.
Nachdem wir völlig fertig von Gesang und Tanz mit Cascada waren, blieb uns nur eine Option: Die Bassküche, den Rest von Brennan Heart sehen und anschließend das Set von Mish genießen. Es wurde hart, laut, wild und hat enorm viel Spaß gemacht. Eigentlich sind „Raw“ und „Uptempo“ nicht ganz meine Metiers, hier hat es mir aber sehr gefallen, was nicht zuletzt an den wirklich aufgeschlossenen Besuchern des Festivals lag. Menschen jeder Couleur fanden Ihren Platz vor Ort und feierten ausgelassen miteinander. Man achtete aufeinander und hatte einfach seinen Spaß – ganz egal, woher man kam.

Die Headliner des Abends
Das Ende des Abends war in Sicht: Nachdem wir uns noch Luke Madness, Sickmode und einen Teil von Noiseflow angesehen haben, nutzten wir die 30 Minuten zwischen HBz und Scooter für eine kurze Pinkelpause und sicherten uns einen Spitzenplatz vor dem FOH mit bester Sicht auf die Mainstage. Plötzlich: Ein lauter Knall, Scheinwerfer, Action – Jay Frog, Marc Blou und H.P Baxxter betraten die Bühne. Es war Zeit für den letzten Act des Abends, den Headliner vom Tante Mia Tanzt 2026. In gewohnter „Scooter“ Marnier eröffnete die Technoband ihren Auftritt. Mittelfinger in den Visuals inklusive.
Die Stimmung war wirklich toll, aber vor allem auch das Set der Band. Bekannte Hits und neue Songs in einem guten Mix und vor allem aufbereitet für die Saison 2026, sodass aus bekannten Songs plötzlich Hardstyle- oder Technoversionen wurden. So auch zum Beispiel aus „How Much Is The Fish“ oder „Maria“. Uns hat der Auftritt wirklich gut gefallen, aber auch die Arbeit des Festivalteams war deutlich spürbar. Auch wenn das Feuerwerk dieses Jahr etwas abgespeckter ausgefallen sein soll, als man es sonst gewohnt war, um die Kosten im Rahmen zu halten, war es ansehnlich und emotional. Ein toller Beginn für eine großartige Festivalsaison 2026.
Fazit
Das Tante Mia Tanzt hat uns überzeugt. Nicht nur, weil das Lineup vielfältig und kreativ war, sondern auch weil hier ein Ort geschaffen wurde, an dem sich Menschen wiedertreffen. Ich habe viele bekannte Gesichter getroffen, nach langer Zeit mit dem ein oder anderen mal wieder Gesprochen und hatte viel Spaß über die gesamten 12 Stunden, die ich vor Ort war hinweg. Gute Konzepte, tolle Acts und ein relativ geringer Einstiegspreis (gerade in der Early Bird Phase) überzeugen und binden Publikum seit Jahren und sorgen so dafür, dass das Festival stetig wachsen kann. Und der Erfolg gibt den Jungs und Mädels aus Vechta Recht. Mit Sicherheit gibt es auch hier ein paar Stellschrauben, die man noch verändern kann – die Getränkesituation im Bezug auf Eiswürfel, die Bodenbeschaffenheit in und vor der Diele oder auch die Toilettensituation sind Dinge, die uns ausgefallen sind.
Trübt das die Stimmung auf dem Festival? Wir sagen: Nein! Die Stimmung war wirklich ausgelassen und für uns steht fest, dass wir nächstes Jahr sehr gerne wiederkommen werden, die Tickets sind bereits gekauft, denn aktuell läuft noch die VVK Stufe I im Ticketshop.
Bildquellen
- Tante Mia Tanzt 2026: Yousic

