Electrisize 2026: Warum auch DU das Festival besuchen solltest
Das Electrisize 2026 begeistert mit einem spannenden Line Up und einer gewohnten Liebe zum Detail. Wir haben dem Festival einige Fragen zur Organisation und Philosophie gestellt und erzählen euch, warum ihr das Festival unbedingt besuchen solltet.
Wenn man das Gelände von Electrisize Festival betritt, wirkt vieles zunächst vertraut: Bühnen, Lichtinstallationen, Musik. Doch schon nach kurzer Zeit wird klar, dass sich das Festival nur bedingt in die übliche Logik großer elektronischer Events einordnen lässt. Zwischen den historischen Strukturen von Haus Hohenbusch hat sich über die Jahre ein Format entwickelt, das weniger auf kurzfristige Trends reagiert als auf eine langfristige inhaltliche Linie.
„Der Anspruch war von Anfang an, kein Festival von der Stange zu machen“, heißt es aus dem Organisationsteam. Entscheidungen würden daher nicht entlang aktueller Marktbewegungen getroffen, sondern entlang einer einfachen Frage: ob sie zum Charakter des Festivals passen und einen Mehrwert für die Besucher schaffen. Dieser Ansatz zieht sich durch alle Ebenen der Planung – vom Line-up bis zur Gestaltung des Geländes.
Entwicklung eines Festivals mit klarer Identität
Die Anfänge reichen ins Jahr 2009 zurück. Was damals als kleines Event mit einer Bühne begann, war weniger strategisch geplant als vielmehr eine Reaktion auf eine wahrgenommene Lücke in der Region. „Es hat etwas gefehlt. In der Region, für die Menschen hier“, sagt Michael Frentzen, einer der Gründer.
Aus dieser Ausgangssituation hat sich ein Festival entwickelt, das heute mehrere Bühnen, ein breites musikalisches Spektrum und eine stabile Besucherschaft vereint. Rückblickend steht für das Team weniger das Wachstum im Vordergrund als die Kontinuität. „Ich bin nicht auf Zahlen stolz, sondern darauf, dass Menschen wiederkommen“, so Frentzen. „Dass sie das Festival als ihres empfinden.“
Dass dieses Verhältnis über Jahre Bestand hat, wird im Team als entscheidender Faktor beschrieben. Die Bindung entstehe nicht durch einzelne Highlights, sondern durch Verlässlichkeit über viele Jahre hinweg – auch in Phasen, in denen die Branche insgesamt unter Druck stand.
Kuratierung des Line-ups: Zwischen Newcomern und etablierten Acts
Die Zusammenstellung des Programms folgt keiner starren Formel. Vielmehr versteht sich das Line-up als Mischung aus unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Artists. Neben bekannten Namen finden sich regelmäßig auch regionale und aufstrebende Acts im Programm.
„Wenn wir überzeugt sind, bekommt ein Act die Chance – unabhängig davon, ob ihn schon viele kennen oder noch nicht“, so die Perspektive des Teams. Sichtbarkeit sei dabei kein Kriterium, sondern eher eine mögliche Folge einer gelungenen Performance.
In der Vergangenheit wurden wiederholt Künstler eingebunden, bevor sie größere Bekanntheit erlangten. Dazu zählen unter anderem Avicii sowie Ski Aggu, der frühzeitig im Programm auftauchte. Die Auswahl erfolgt laut Veranstalter weniger datengetrieben als über Live-Eindrücke, Sets und persönliche Einschätzungen.
Ziel sei ein Programm, das im jeweiligen Moment funktioniert – unabhängig davon, ob einzelne Acts bereits im Mainstream angekommen sind.
Genrevielfalt als Bestandteil des Konzepts
Ein wiederkehrendes Merkmal des Festivals ist die bewusste Öffnung gegenüber unterschiedlichen musikalischen Strömungen. Dazu zählen auch Formate, die außerhalb klassischer elektronischer Festivalstrukturen liegen.
Die Einbindung sogenannter Mallorca-Acts wurde innerhalb der Branche teils kontrovers diskutiert. Im Kontext des Festivals wurde diese Entscheidung jedoch als Reaktion auf das tatsächliche Hörverhalten der Zielgruppe verstanden. „Unsere Besucher hören diese Musik. Sie ist Teil ihrer Lebenswirklichkeit.“
Entscheidend sei dabei nicht die Einordnung in Genres, sondern die Wirkung vor Ort. Unterschiedliche musikalische Formate erhalten räumlich und dramaturgisch getrennte Bereiche, bleiben jedoch Teil eines gemeinsamen Gesamtkonzepts. Die Besucher bewegen sich selbstverständlich zwischen diesen Angeboten.
Veränderungen im Ausgehverhalten und deren Einfluss auf das Festival
Neben inhaltlichen Fragen spielt auch das veränderte Konsumverhalten der Zielgruppe eine zunehmende Rolle in der Planung. Steigende Lebenshaltungskosten und eine stärkere Selektivität bei Freizeitentscheidungen beeinflussen die Rahmenbedingungen deutlich.
Das Team beschreibt zwei zentrale Entwicklungen: eine höhere Preissensibilität sowie ein bewussteres Verständnis von Freizeitgestaltung. Darauf reagiert man nicht mit einer Reduktion des Angebots, sondern mit alternativen Zugangsmodellen, darunter das sogenannte Nextgen Ticket, das den Zugang für jüngere Zielgruppen erleichtern soll.
Gleichzeitig verschiebt sich auch das Verständnis von Festivalerlebnis selbst. Aspekte wie Sicherheit, Rückzugsmöglichkeiten und mentale Ausgeglichenheit gewinnen an Bedeutung. Entsprechend werden auf dem Gelände gezielt Bereiche geschaffen, die über reine Beschallung hinausgehen und unterschiedliche Nutzungsformen ermöglichen.
Programmatische Erweiterungen abseits klassischer Festivalformate
Ein Beispiel für die inhaltliche Erweiterung des Festivals ist die Einführung der Rock-Stage unter dem Namen „THE THUNDER“. Die Idee entstand innerhalb des Gründerteams und wurde trotz anfänglicher Skepsis umgesetzt.
„Electrisize war Techno und Elektro – aber Michis Herz schlägt auch für Rock“, heißt es aus dem Umfeld der Organisation. Die Entscheidung wurde bewusst gegen die Erwartung getroffen, dass sich ein solches Format nicht in ein elektronisch geprägtes Festival integrieren lasse.
Das Ergebnis ist ein eigenständiger Bereich innerhalb des Festivals, der unterschiedliche Formen von Live-Performance bündelt. Für 2026 ist bereits eine Weiterentwicklung angekündigt.
Auch im Bereich Inklusion wurden in der Vergangenheit Projekte umgesetzt, etwa spezielle Bühnenformate oder Workshops für Menschen mit Handicap. Einige dieser Kooperationen wurden inzwischen beendet, die inhaltliche Ausrichtung soll jedoch weitergeführt werden – auch in Zusammenarbeit mit neuen Partnern.
Kontinuität und Standortfaktor als Erfolgsgrundlage
Ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung des Festivals ist der Standort selbst. Das Gelände von Haus Hohenbusch wird im Team nicht als austauschbare Fläche verstanden, sondern als prägendes Element des Gesamtcharakters.
„Das ist kein austauschbarer Ort. Das ist Heimat“, so die Einschätzung aus der Organisation. Diese räumliche Bindung wirke sich sowohl auf die Wahrnehmung des Festivals als auch auf die Erwartungshaltung des Publikums aus.
In der Zusammenschau ergibt sich ein Bild eines Festivals, das weniger über einzelne spektakuläre Momente definiert ist als über eine über Jahre entwickelte Struktur. Ein Format, das sich kontinuierlich verändert, ohne seine Grundausrichtung zu verlieren.
Interview mit dem Team vom Electrisize 2026
Auch 2026 bin ich weiterhin großer Unterstützer des Electrisize Festivals und habe mir deshalb vorgenommen, dem Team einige Fragen zur Philosohpie, dem Weg zum „Status Quo“ und einigen anderen Themen zu stellen, welche mir freundlicherweise beantwortet worden sind.
Das Electrisize Festival ist für eine kreative Umsetzung und eine starke Liebe fürs Detail bekannt. Das DJ Mag schrieb im letzten Jahr „das Electrisize ist echt, eigen und regional verwurzelt“: Was sind eure Ansprüche, damit genau diese Wahrnehmung bestehen bleibt? Habt ihr euch schon einmal bewusst gegen einen Trend entschieden, um eurer Identität treu zu bleiben?
Der Anspruch war von Anfang an, kein Festival „von der Stange“ zu machen und uns jedes Jahr weiterzuentwickeln, egal wie „perfekt“ einzelne Bereiche schon erscheinen, jedes Detail wird hinterfragt . Wir fragen uns bei jeder Entscheidung, ob sie zu uns passt und/oder ob sie einen Mehrwert für die Besucher bringt – nicht, ob sie gerade im Trend liegt. Das fängt beim Line-Up an und hört beim letzten Deko-Detail auf. Ja, wir haben uns bewusst gegen Dinge entschieden, die gerade alle machen. Ein Beispiel: Als das Thema „Mega-Headliner um jeden Preis“ in der Festivalbranche dominierte, haben wir lieber in die Gesamterfahrung investiert – in Service (Bodenschutz, Sitzmöglichkeiten etc.), Atmosphäre, Community-Momente und Shows. Das zahlt sich langfristig mehr aus als ein großer Name, der im nächsten Jahren wieder und wieder übertroffen werden muss.
Seit 2009 gibt es das Festival. Von einem kleinen Event mit einer Bühne hat sich das Electrisize zu einem echten Festival mit einer großen und starken Community entwickelt. Welche Gedanken kommen euch, wenn ihr auf die Entwicklung zurückblickt? Worauf seid ihr besonders stolz?
Wenn ich ehrlich bin, dann staune ich selbst manchmal darüber, was daraus geworden ist. 2009 hat das aus einem echten Gefühl heraus angefangen: Es hat etwas gefehlt. In der Region, für die Menschen hier. Und man fängt an, das zu bauen, was man selbst vermisst.
Aber worauf ich wirklich stolz bin? Nicht auf Zahlen. Sondern darauf, dass Menschen wiederkommen. Jedes Jahr. Und dass sie das Festival als ihres empfinden, nicht als unseres. Diese Community ist nichts, das man plant oder kauft. Die entsteht durch Vertrauen, das man sich über viele Jahre verdient.
Was mich auch bewegt: Kontinuität ist in dieser Branche alles andere als selbstverständlich. Viele Festivals, die gleichzeitig gestartet sind, gibt es heute nicht mehr. Durchzuhalten, durch schwierige Jahre, durch Unsicherheiten, das ist eine Entscheidung, die man immer wieder neu trifft.
Und dann ist da noch Haus Hohenbusch. Das ist kein austauschbarer Ort. Das ist Heimat. Das prägt, wer kommt, und warum sie kommen.
– Michael Frentzen, Gründer & Geschäftsführer
Auch in diesem Jahr ist das Line Up wieder sehr durchmischt, es ist für jeden etwas dabei – eine Eigenschaft, die euer Festival definitiv auszeichnet. Mit dabei sind aber auch immer wieder lokale Acts wie Van Keeken, Fuller oder neu in diesem Jahr auch Marv U. Welche Rolle spielen diese Acts für das Gesamtkonzept des Line Ups? Welche Anforderungen muss ein lokaler Act erfüllen, um für euch interessant zu sein?
Bei einem deutschlandweiten Festival ist „lokal“ für uns ein weiter Begriff. Am Ende geht es nicht darum, wo jemand herkommt, sondern ob ein Act zu uns passt. Wir entdecken Artists auf ganz unterschiedlichen Wegen, viele sprechen uns an, andere sehen wir live oder stoßen online auf sie. Das gilt für alle Acts gleichermaßen. Wichtig ist für uns, dass jemand eine eigene Energie mitbringt und auf der Bühne funktioniert. Wenn wir überzeugt sind, bekommt ein Act die Chance – unabhängig davon, ob ihn schon viele kennen oder noch nicht.
Die Gestaltung des Line Ups ist eine Wissenschaft für sich: Wer kommt an, wer ist vielleicht zum Zeitpunkt des Festivals schon längst wieder vom Tisch – gerade in dieser schnelllebigen Zeit keine leichte Entscheidung. Wie geht ihr mit dieser Schnelllebigkeit um bzw. wie stellt ihr sicher, dass das Line Up auch langfristig interessant bleibt und nicht nur für den Moment aktuell ist? Gibt es überregionale Künstler, die ihr aus eigener Überzeugung bucht – unabhängig vom aktuellen Trend?
Wir versuchen, nicht nur auf Streaming-Charts oder Social-Media-Hype zu schauen, sondern auf Substanz. Wer live funktioniert, wer eine echte Fanbase hat, wer einen eigenen Sound mitbringt – das sind die Kriterien, die für uns zählen. Und ja, es gibt Acts, die wir buchen, weil wir von ihnen überzeugt sind, bevor der breite Mainstream sie entdeckt hat. Das ist manchmal ein Risiko, aber es ist auch das, was ein Line-Up über Jahre hinweg interessant macht und uns von reinen Trend-Festivals unterscheidet.
Wir kombinieren gerne Newcomer, etablierte Acts und vertraute Gesichter, weil wir nicht auf Weltstars mit Millionengagen bieten. Newcomer sind immer auch eine Wette, aber genau daraus entsteht oft das Spannende, und nicht selten überzeugen sie vor Ort mehr als ein alter Hase. Manche Artists haben wir schon ein bis zwei Jahre auf dem Schirm, bevor sie bei uns das erste Mal auf der Bühne stehen, und nicht selten sind sie danach weltweit Headliner. So haben wir zum Beispiel Ski Aggu gebucht, bevor „Friesenjung“ überhaupt erschienen ist, und auch Avicii stand 2010 bei uns auf der Bühne, lange bevor „Levels“ ihn weltweit bekannt gemacht hat. Auch Acts wie Tream, Finch, HBz oder Bunt. haben wir früh begleitet. Uns geht es nicht primär darum, dass ein Line-Up langfristig interessant wirkt, sondern dass es in dem Moment funktioniert und die Leute Spaß haben, egal ob sie den Act vorher kennen oder nicht. Wir buchen immer aus Überzeugung, oft auch zu einem Zeitpunkt, an dem ein Act noch nicht jeder kennt. Die Show muss funktionieren, deshalb schauen wir uns im Vorfeld sehr viele Sets und Auftritte persönlich an.
Die Integration von Mallorca-Acts in elektronische Festivals wurde lange kontrovers diskutiert, ihr selbst bucht derartige Künstler schon seit einigen Jahren. Wie habt ihr diesen Schritt erlebt – sowohl in der Planung als auch in der Resonanz der Besucher?
Am Anfang gab es intern durchaus Diskussionen – das wäre gelogen zu verneinen. Aber wir sind das Thema pragmatisch angegangen: Unsere Besucher hören diese Musik. Sie ist Teil ihrer Lebenswirklichkeit. Und wenn wir ein Festival für unsere Community machen wollen, dann können wir nicht an ihr vorbei programmieren. Die Resonanz hat uns bestätigt: Die Kombination funktioniert, weil wir aufpassen, dass das Gesamtgefüge stimmt und die verschiedenen Welten auf dem Gelände ihren eigenen Raum haben.
Vielleicht sollte man aufhören, Festivals wie uns in die Schublade „elektronisches Festival“ zu stecken, dann würde sich die Frage, ob etwas dazu passt, gar nicht stellen. Auf einem Musikfestival würde man sie so auch nicht stellen. Wir kennen viele dieser Acts seit Jahren gut, und es macht nicht nur Spaß, mit ihnen zu arbeiten, sie liefern vor allem live genau das ab, was auf einem Festival zählt. Sie holen die Leute ab, reißen mit und sind Entertainer, dazu haben sie unfassbar viele Hits im Gepäck. Mallorca-Musik ist keine Nische, sondern Teil der Lebensrealität unserer Besucher, und genau das bildet sich bei uns auch ab. Am Ende entscheidet nicht das Genre, sondern was vor und auf der Bühne passiert. Natürlich werden solche Entscheidungen diskutiert, alles andere wäre gelogen. Die positive Resonanz hat uns aber bestätigt, dass die Mischung funktioniert, weil wir darauf achten, dass das Gesamtgefüge stimmt und die verschiedenen Welten auf dem Gelände ihren eigenen Raum haben. Dazu kommt, dass viele Besucher ganz selbstverständlich zwischen den Genres und Musikwelten hin und her wechseln. Genau das macht es am Ende aus.
Welche konkreten Veränderungen im Ausgehverhalten beobachtet ihr aktuell – und wie beeinflussen diese eure Planung? Musstet ihr daraufhin Dinge am Festival bewusst anpassen?
Wir beobachten zwei Entwicklungen sehr genau: Zum einen hat sich das Budget, das junge Menschen für Freizeit zur Verfügung haben, durch die allgemeine Inflation spürbar verändert. Zum anderen sehen wir einen Trend hin zu einem bewussteren Feiern. Der Trend geht weg vom impulsiven Ticketkauf hin zu einer sehr genauen Abwägung: „Kann ich mir das leisten?“ Wir reagieren darauf nicht mit Verzicht auf Qualität, sondern mit fairen Modellen wie unserem Nextgen Ticket. Wir wollen, dass das Festivalerlebnis kein Privileg für Wenige ist, sondern für die junge Generation (die „Nextgen“) erreichbar bleibt. Unser Ziel ist es, dieser neuen Generation ihr erstes Festival-Erlebnis, ihre erste „Ceremony“ und diese ganz besonderen Community-Momente zu ermöglichen, die einen prägen.
Auch das Feiern ist bewusster geworden: Die Leute wollen heute nicht mehr nur „beschallt“ werden. Das Ausgehverhalten ist selektiver geworden – psychische Gesundheit, Achtsamkeit und ein sicheres Umfeld sind heute genauso wichtig wie ein fetter Bass. Aus dem Grund kreieren wir gezielt Räume für bewussteres Feiern, für Regeneration und eine Atmoshpähre die über das klassische „Party-Machen“ hinausgeht. Wir bieten die Balance, um unserer Community das bestmögliche Festivalerlebnis zu verschaffen.
2019 erinnere ich mich an eine „Secret Stage“, auf welcher unter anderem Menschen mit Handicap gespielt haben. Eine Aktion, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist und die ich wirklich toll fand. Wird es eine solche Aktion auch in diesem Jahr geben?
Diese Aktion war auch für uns intern etwas ganz Besonderes – es freut uns sehr, dass sie so lange nachwirkt, genauso wie der DJ Workshop für Menschen mit Handicap, den wir die letzten zwei Jahre mit unseren Resident DJs umgesetzt haben. Inklusion ist ein Thema, das uns am Herzen liegt, und wir arbeiten kontinuierlich daran, das Festival für alle zugänglich und erlebbar zu machen. Leider hat sich die Aktion Mensch und die Lebenshilfe Heinsberg mittlerweile zurückgezogen aus dem Projekt. Wir setzen die Projekte zur Barrierefreiheit und Inklusion aber weiterhin fort und sind auch aktiv in der Recherche und Akquise von neuen Partner in diesem Bereich.
Neben der Turbo Stage, welche für die meisten vermutlich eine „Open Format“ Stage ist, bietet ihr auch eine Rock Stage an. Wie kam es zu der Idee, eine solche Stage in das Konzept mit aufzunehmen? War die Nachfrage bereits vorhanden oder war das Ganze erst einmal ein Experiment?
Die ehrliche Antwort: Es war der persönliche Traum von einem unserer Gründer und Geschäftsführer: Michi. Electrisize war Techno und Elektro – aber Michis Herz schlägt auch für Rock. Also hat er 2024 genau das umgesetzt. Die Skepsis war groß – „Rock auf einem elektronischen Festival? Falsche Zielgruppe, zu riskant, passt nicht.“ Da die Entscheidung sehr bewusst getroffen wurde, konnten wir diese Stimmen ignorieren. Denn genau das ist die Haltung, die Electrisize seit 17 Jahren ausmacht: Wir setzen Trends, statt ihnen zu folgen. Wir denken nicht in Genres oder Klischees, wir denken in Erlebnissen.
Das Ergebnis war THE THUNDER ⚡ – Michis Konzept, das Rock-Spirit und Electrisize-Wahnsinn vereint. Von Linkin-Park-Tribute bis Flash-Bingo, von Karaoke bis legendärem Mettfrühstück. Ein Festival im Festival – und nach eigener Aussage Michis persönlicher Lieblingsspot auf dem gesamten Gelände. Die Resonanz hat alle Zweifler verstummen lassen und bestätigt, was er schon immer predigt: Im Zweifel auf das Bauchgefühl vertrauen, auch wenn alle anderen den Kopf schütteln. 2026 kommt THE THUNDER 2.0 – bigger, louder, irrer.
Für jeden was dabei: Das Line Up vom Electrisize 2026
Auch in diesem Jahr hat sich das Team vom Electrisize nicht lumpen lassen und ein Line Up auf die Beine gestellt, welches bei dem ein oder anderen mit Sicherheit „FOMO“ auslöst: Nicht nur sind absolute Urgesteine wie Alle Farben, Brennan Heart, Coone oder Gestört aber Geil mit dabei. Auch Party-Superstars wie Breitner, 2 Engel und Charlie und Rumbombe sind dabei. Das Line Up ist ein Querschnitt aller Musikgeschmäcker von A wie Abriss bis Z wie Zaaglongen. Mit dabei ist übrigens auch „Auf’m Rave-„Gründer Luke Madness, welcher am Samstag die Mainstage in ihre Einzelteile zerlegen darf.
Das gesamte Line Up und Tickets zum Festival bekommt ihr übrigens hier.
Warum auch DU das Electrisize in Erkelenz besuchen solltest
Bereits 2019 durften wir das Electrisize Festival besuchen und haben damals ein Video auf unserem YouTube Kanal dazu veröffentlicht. Für mich war dieser Besuch der erste Festivalbesuch jemals und mich hat die Energie und die Liebe, die in dieses Festival gesteckt, sofort gecatched. Von der Auswahl der Künstler, die eben nicht nur Headliner nach Headliner sind, sondern auch lokale Künstler umfasst, bishin zu den verschiedenen Zeremonien, der Aufmachung, den Angeboten und den Menschen, die dieses Festival besuchen hat mich wirklich alles begeistert.
Ein solches Festival ist in Deutschland einfach wirklich schwer zu finden. Der Balance-Akt zwischen sehenswertem Line Up ohne dabei die Details und die Liebe zu kleinen, aber feinen Gimmicks zu verlieren und trotzdem einen Preis anbieten zu können, der keinem Jahresurlaub gleicht, gelingt einfach nicht mehr vielen Festivals.
Das Electrisize bietet sich darum auch nicht nur als Erfahrung für ein ganzes Wochenende an, sondern kann gezielt auch an einzelnen Tagen besucht werden, wobei selbst ein Full-Weekend-Ticket mit Camping und Parkplatz für unter 300,00€ zu bekommen sind – aus meiner Sicht ist das eine echte Ansage, wenn man bedenkt, dass man nicht nur diverse Stages mit allen Musikrichtungen geboten bekommt sondern etwas viel wertvolleres: Eine gute Zeit mit den richtigen Leuten und eine Erfahrung, die man sehr lange nicht vergessen wird. Versprochen.

